Gleichnis

 

Der Fall liegt wie bei dem der Mutter, die zu ihrem Kind sagte:
"Wenn ein Geist nachts zu dir kommt,

 

Oder wenn du auf einem Friedhof oder an einem Furcht erregenden Ort
einen schwarzen, wütenden Dämonen siehst,

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Behalte ein starkes Herz und laufe auf ihn zu,
und sofort wird er sich von dir abwenden."

 

Das Kind sagte: "Aber angenommen, die Mutter des teuflischen Dämonen
hat das Gleiche zu ihm gesagt;

 

Wenn ich dann auf ihn zulaufe, wird er sich auf Befehl
seiner Mutter auf mich stürzen. Was soll ich dann tun?

 

Du lehrst mich, fest zu stehen,
aber das hässliche Phantom hat auch eine Mutter."

 

Der Lehrer der Teufel wie der Menschheit ist der Eine Gott.
Durch Ihn siegt der Feind, selbst wenn er nur wenig Kraft hat.

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In welche Richtung das gute Pferd geht, gehe du auch
und um Gottes willen, um Gottes willen, folge dieser Richtung!

 

Der Richter sagte: "Angenommen, der ehrenwerte Mann wird durch deinen Trick
nicht zum Sprechen gebracht und hat deinen Trick durchschaut;

 

Sage mir ehrlich, wie willst du dann sein verborgenes Wesen kennen?"
Er antwortete: "Ich setze mich schweigend vor ihn,

 

Und mache die Geduld zu einer Leiter zum Höheren.
Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg.

 

Und wenn in seiner Gegenwart aus meinem Herzen
eine Rede jenseits von Freude und Kummer fließt,

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Weiß ich, dass er sie mir aus den Tiefen einer Seele geschickt
hat, die wie Kanopus im Jemen leuchtet.

 

Die Rede in meinem Herzen kommt von diesem Glück,
denn es gibt ein Fenster von Herz zu Herz."

Aus: Rūmī, Maṯnawī, 6. Buch.

Urheberrecht: Übersetzergemeinschaft Meyer, Dalir Azar, Sohrabi