Der Übersetzung liegt die persische Ausgabe von Nicholson (1) zugrunde. Mein Wörterbuch der Wahl war das von Juncker-Alavi, in Zweifelsfragen wurde der Kommentar von Nažri (2) zu Rate gezogen. Hilfestellung leisteten außerdem die englische Übersetzung von Nicholson(3) und die französische Übersetzung von Eva de Vitray-Meyerovitch und Djamchid Mortazavi.(4) Die deutsche Übersetzung des I. Buches(5) lag mir erst nach Abschluss meiner eigenen Arbeiten zum I. Buch vor.

Die poetische Kraft des Originals kann diese Übersetzung nicht wiedergeben. Es gibt einige deutsche Übertragungen von Teilen des Mathnawi in Reimform(6); mit dem Reim ist jedoch nur eines der vielen dichterischen Mittel des Originals erfasst. Ich  habe mich deshalb darauf beschränkt, den Inhalt wiederzugeben und mich zu diesem Zweck häufig mehr von der ursprünglichen Form entfernt, als dies die englische und französische Übersetzung tun. Vielleicht könnte diese Übersetzung aber dazu beitragen, dass sich dichterisch begabte deutschsprachige Schriftsteller verstärkt Rumis Werk annehmen.

Koranzitate wurden im e-Book grün dargestellt und im Anhang in der Form <Römische Zahl (Sure) : Arabische Zahl (Vers)> ausgewiesen, es wird der Kufischen Verszählung gefolgt. Ich habe mich an die Übersetzung von Max Henning (7) gehalten. Überlieferungen (Hadith) des Propheten wurden auf Grundlage der Zusammenstellung von Foruzanfar(8) erfasst und gemäß dessen Nummerierung in der Form <AM Nummer> im Anhang jedes einzelnen Bandes verzeichnet. Sie werden im Text blau dargestellt. Fremdsprachige Ausdrücke werden bei ihrem ersten Auftreten in einer Fußnote erläutert, ein Register finden Sie im Anhang.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei Jilla Sohrabi und Kaveh Dalir Azar, die mir als persische Muttersprachler bei einer Reihe von zweifelhaften Begriffen und Sätzen wertvolle Hilfestellung geleistet haben. Mein Dank gilt weiter Ulrike Meyer, Dr. Axel Monte und Bahram Kazemkhani. Sie haben mit ihren Fragen zu unklaren Stellen, ihren kritischen Verbesserungsvorschlägen zum Stil und ihrem Aufspüren von Formfehlern ganz entscheidend zur Qualität der Übersetzung beigetragen.

Bei erneuter Lektüre nach einigen Jahren Abstand sind mir noch eine ganze Reihe Passagen begegnet, bei denen ich den Eindruck hatte, dass sie zu sehr mit Eigenheiten der persischen Sprache behaftet sind. Einige Textstellen erschienen mir außerdem zu schwer verständlich. Deshalb habe ich für das e-Book alle sechs Bände noch einmal vollständig überarbeitet.

 

[1] Moulana Galal ad-Din Mohammed Balkhi, Mathnawi-ye ma‘nawi, Hrsg. Reynold Nicholson, Teheran, 1373 A.H.

[2] Heinrich F.J. Junker und Bozorg Alavi: Wörterbuch Persisch-Deutsch. Leipzig 1366 A.H.

Musa Nažri, Nazr wa šarh-e mathnawi, Teheran 1327 A.H.

[3] The Mathnawi of Jalalu'ddin Rumi Set: English Translation by Reynold A. Nicholson

[4] Djalal-od Din Rumi, Mathnawi. La Quête de l’Absolu. Editions de Rocher, 1990

[5] Dschalaluddin Rumi, Das Mesnevi, O.W. Barth, 1997

[6] Hammer-Purgstall, von, Joseph: Zwei Abhandlungen zur Mystik und Magie des Islams, Hrsg. A. Schimmel. Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, 293. Band, 4.

Rosen, Georg: Mesnevi oder Doppelverse des Scheich Mevlâna Dschalâl ad Din-Rumi, 1848, hrsg. Rosen, Friedrich, München 1913.

Rumi, Dschelaluddin: Das Mathnawi. Ausgewählte Geschichten. Übertragen von Annemarie Schimmel. Basel: Sphinx, 1994. Im Werk von Frau Schimmel finden sich außerdem verstreut einzelne poetische Übertragungen von kurzen Abschnitten des Mathnawi.

[7] Der Koran. Übersetzung von Max Henning. Wiesbaden o.J.

[8] Badi’ az-Zaman Foruzanfar, Ahadith-e mathnawi, Teheran 1361 A.H.


Bernhard Meyer, Oktober 2013