Rūmīs Hauptwirkungsort Konya liegt zwar im türkischen Konya, seine poetischen Werke hat er aber in seiner Muttersprache Persisch geschrieben, genau gesagt in Neupersisch (Farsi).

Neupersisch ist eine iranische Sprache aus der  indogermanischen Sprachfamilie. Diese mit dem heutigen Persisch gleichzusetzende Sprache entwickelte sich ab dem 7. Jhdt. nach Chr. nach der Eroberung durch die Araber. Sie basiert auf der mittelpersischen Pahlawisprache der Sassanidenzeit (2.-7. Jhdt. nach Chr.) und den ostiranischen Mundarten. Die ältesten neupersischen Schriftstücke stammen aus dem 8. Jhdt. Das Neupersische wurde an den Königshöfen der Samaniden und Bujiden vom 9. bis zum 11. Jahrhundert so gefördert und gepflegt, dass eine reichhaltige höfische Poesie und Prosa entstand, die bis heute die Sprache der Iraner stark beeinflusst. 

Auch die fremden Herrscher über die iranischen Gebiete, wie die Gaznawiden (978-1191), Seldschuken (1038-1186) und Mongolen (1206-1336) haben  das Neupersisch weiter gepflegt und so blieb die Struktur dieser Sprache bis in unser Jahrhundert so unverändert, dass Persischsprachler heute noch ohne besondere Mühe Prosa und Poesie aus dem 9. und 10. Jahrhundert und natürlich auch Rūmīs Werke aus dem 13. Jhdt. lesen können.

 

Nach: Mir Hamid Hamadani, Elementarbuch der persischen Sprache, Band I. Erlangen 1987